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Utopia des Dazwischen #3 -

Monday, 13. November

Eine Kooperationsveranstaltung von Kulturzentrum Amerlinghaus, IG Kultur Wien, mo.ë
Konzept und Organisation: Claudia Totschnig, Fanja Haybach, Alisa Beck, Gabu Heindl

Wir werden mehr… … CARE not SCARE!
Die Umgestaltung der Lebenswelten ist in aller Munde. Sorge-Themen sind ob der gegenwärtigen Umstrukturierungsprozesse (z.B. im Gesundheits- und Sozialbereich) und inhaltlicher Hohlräume brisant: Arbeitsplatz, Wohnen, Freizeit,… für alltägliche, lebensnotwendige Tätigkeiten fehlt oft die Zeit, der Raum und das Geld. Und dies führt zu massiven Verunsicherungen, die für alle spürbar werden, besonders für diejenigen, die ökonomisch am meisten davon betroffen sind.
“Die Ängste der Bevölkerung” werden gegenwärtig politisch und medial breit thematisiert.
Zusehends wird im städtischen Raum und Zusammenleben ein von Sorge abgekoppelter Sicherheitsdiskurs spürbar. Häufig geraten dabei öffentliche Plätze, wie der Gürtel oder Praterstern, ins Zentrum der Aufmerksamkeit - und die Nutzer_innen dieser Plätze massiv unter Druck. Konsumfreie Räume, wo Menschen mit und ohne Migrationserfahrungen Alltagsthemen teilen und selbstbestimmt bearbeiten können, schrumpfen. Die Stadt - historisch auch ein Synonym für Freiraum - wird zunehmend zu einem kontrollierten und durchkapitalisieren, von Grenzen durchzogenen Ort.
Aktuelle Care-Initiativen gehen davon aus, dass gerade im Bereich der (Für-)Sorge gesellschaftliche Transformationen hin zu mehr Miteinander möglich sein sollten, weil Sorge/ Care für alle Menschen unmittelbar erfahrbar ist und Einschränkungen sofort spürbar sind.
Im Gegensatz zu hegemonialen Sicherheitsdiskursen stellen sie den Aspekt des gemeinsamen Sorgens in den Mittelpunkt, und zwar als Ressourcen und nicht (nur) als Belastungen - für die unmittelbare Lebensumwelt, für die Gesellschaft, für die Umwelt, aber auch als Selbstsorge. Ein zentrales Thema ist dabei auch die Verfügbarkeit oder das Fehlen von städtischen Räumen, die Artikulation und solidarisches Handeln ermöglichen.
Wie können wir Care-Erfahrungen als zentrale Aspekte von (Grätzel-) Sicherheit positionieren?
Und welche Rolle spielt Stadtentwicklung dabei, kollektive Sorgearbeiten und Care-Strukturen zu ermöglichen oder verunmöglichen, indem zum Beispiel Räume ohne Konsumzwang oder Naherholungsgebiete erhalten bleiben? Welche “Orte der Versammlung” (Precarias a la deriva, »Was ist dein Streik?») stehen uns dafür offen?
Wo verlaufen Grenzen zwischen “Privat” und “Öffentlich”? Mit welchen Herausforderungen sind wir dabei als Care-Geber_innen und Care-Nehmer_innen konfroniert?
Mit Blick auf vorhandene Initiativen, Wünsche, Vorstellungen und Konflikte diskutieren wir Sorge-Beziehungen und Perspektiven einer “Care City” im Zusammenhang mit aktuellen Diskursen und Praxen einer “Scare City”, die als Mischung aus Scarcity (Mangel an Ressourcen) und Security (“innere Sicherheit”/ Sicherheitsdiskurs) Raum greift.
mit:
Walter Fuchs, IRKS Wien Dissertation “Private Sicherheitsdienste und öffentlicher Raum”
Anna Fox, tätig im Bereich Gesundheitspolitiken, Initiative Care-Raum
Thomas Diesenreiter, Kulturplattform OÖ, Aktivist der Bettellobby Oberösterreich
Katharina Röggla, Juvivo, Sozial- und Jugendarbeiterin
Gudrun Müller, Landschaftsplanerin und Bewegungsanalytikerin, tätig in der Gebietsbetreuung Stadterneuerung in Favoriten mit den Schwerpunkten Freiraum und Gruppenprozesse
Moderation:
Mara Verlič, Stadtsoziologin in Wien. In ihrer Forschung beschäftigt sie sich mit Fragen der sozialen Wohnversorgung, des städtischen Leerstands, der Gentrifizierung und eines Rechts auf Stadt.
Begrüßung:
Martin Wagner, fluc
* Mit dem “Utopia des Dazwischen” endet der letzte Satz in Siegfried Kracauers Buch History - The Last Things Before the Last (1969), in dem es um Geschichte als eine Erfahrung des Unvorhergesehenen im Alltäglich-Gelebten geht.

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